Die richtige Buchhaltungssoftware spart dir als Gründerin jeden Monat Stunden und schützt vor teuren Fehlern beim Finanzamt. sevDesk und Lexware Office (früher Lexoffice) sind die zwei meistgenutzten Lösungen im deutschsprachigen Raum. Beide erstellen Rechnungen, verwalten Belege GoBD-konform und übergeben Daten an die Steuerberatung. Dieser Vergleich zeigt dir die Unterschiede bei Preis, Funktionen und Eignung, damit du die passende Wahl triffst.
sevDesk und Lexware Office können beide das Wesentliche: Rechnungen schreiben, Belege GoBD-konform ablegen, EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung erstellen und per DATEV an die Steuerberatung übergeben. Lexware Office punktet mit einem günstigen Einstiegstarif, sevDesk mit früh verfügbarer E-Rechnung und starker Belegerkennung. Nutze in beiden Fällen die kostenlose Testphase, bevor du dich bindest.
Warum brauchst du als Gründerin überhaupt eine Buchhaltungssoftware?
Eine Buchhaltungssoftware automatisiert die Pflichten, die jede Selbstständige hat: Rechnungen mit korrekten Pflichtangaben schreiben, Belege revisionssicher archivieren und Steuermeldungen fristgerecht abgeben. Sie ersetzt fehleranfällige Excel-Listen und lose Belegsammlungen.
Der eigentliche Gewinn ist Zeit und Sicherheit. Statt am Monatsende Belege zu suchen, fotografierst du sie unterwegs mit dem Handy und die Software ordnet sie automatisch zu. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung geht per Knopfdruck ans Finanzamt, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung entsteht nebenbei. Seit 2025 gilt zudem die E-Rechnungspflicht im Geschäftskundenverkehr schrittweise, weshalb du eine Lösung brauchst, die strukturierte Rechnungsformate erstellen und empfangen kann. Eine gute Software wächst mit deinem Business und verbindet sich mit Bankkonto, Kassensystem und Steuerberatung.
Was kosten sevDesk und Lexware Office 2026?
Beide Anbieter arbeiten mit gestaffelten Monatstarifen. Lexware Office startet günstiger, sevDesk positioniert sich im mittleren Segment. Die genauen Preise (netto pro Monat, Stand Mitte 2026) unterscheiden sich je nach Laufzeit und Aktion, weshalb du sie vor Abschluss auf der Anbieterseite prüfst.
Lexware Office bietet 2026 einen Einstiegstarif ab etwa 7,90 Euro, einen mittleren Tarif um 21,90 Euro und einen XL-Tarif um 32,90 Euro pro Monat. sevDesk startet bei rund 12,90 Euro für den reinen Rechnungstarif, der Buchhaltungstarif liegt bei etwa 25,90 Euro und der Pro-Tarif bei rund 34,90 Euro. Ein wichtiger Unterschied: sevDesk stellt den Versand strukturierter E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) bereits im günstigen Rechnungstarif bereit, während Lexware Office den vollen E-Rechnungsumfang erst im höchsten Tarif freischaltet. Beide bieten regelmäßig Jahresrabatte und eine kostenlose Testphase.
Softwarepreise und Tarifzuschnitte ändern sich häufig. Die genannten Werte sind Orientierungswerte für Mitte 2026. Prüfe vor Abschluss die aktuelle Preisliste und die enthaltenen Funktionen direkt beim Anbieter, denn einzelne Features wandern zwischen den Tarifstufen.
Welche Funktionen bieten beide Tools?
Im Kern können sevDesk und Lexware Office dasselbe: Angebote und Rechnungen erstellen, Belege per Foto erfassen und GoBD-konform archivieren, Bankkonten anbinden, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen und die Umsatzsteuer-Voranmeldung direkt ans Finanzamt übermitteln.
Beide verfügen über eine DATEV-Schnittstelle, sodass deine Steuerberatung die Daten übernehmen kann, sowie über mobile Apps für iOS und Android. Die automatische Belegerkennung liest Beträge, Datum und Steuersätze aus Fotos aus und schlägt die Verbuchung vor. Auch die Kleinunternehmerregelung, wiederkehrende Rechnungen und Mahnwesen sind in beiden enthalten. Unterschiede liegen im Detail: sevDesk gilt als stark bei der Belegautomatisierung und bietet früh E-Rechnung, Lexware Office ist eng mit weiteren Lexware-Produkten wie Lohn und Warenwirtschaft verzahnt und dadurch für wachsende Teams interessant.
Der wichtigste Auswahlfaktor ist oft nicht die Software selbst, sondern deine Steuerberatung. Frag vor der Entscheidung, mit welchem Tool sie am liebsten arbeitet und wie der Datenaustausch läuft. Eine saubere DATEV-Übergabe spart dir am Jahresende bares Geld, weil die Kanzlei weniger Nacharbeit hat.
Was bedeutet GoBD-konforme Belegverwaltung?
GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form. Sie verlangen, dass digitale Belege unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar gespeichert werden. Beide Tools erfüllen diese Vorgaben automatisch.
Praktisch heißt das: Sobald du einen Beleg hochlädst, wird er mit Zeitstempel gespeichert und jede Änderung protokolliert. Das Original bleibt erhalten, auch wenn du eine Buchung korrigierst. Diese Nachvollziehbarkeit ist bei einer Betriebsprüfung entscheidend, denn das Finanzamt akzeptiert nur revisionssichere Archive. Wichtig zu wissen: Die Software liefert die technische Grundlage, aber die richtige Bedienung liegt bei dir. Du musst Belege zeitnah erfassen und darfst Originale nicht einfach löschen. Eine Verfahrensdokumentation, die beschreibt, wie du deine digitale Buchhaltung führst, gehört ebenfalls dazu und wird von beiden Anbietern als Vorlage bereitgestellt.
Für wen eignet sich welche Software?
Die Wahl hängt von Geschäftsmodell, Budget und Wachstumsplan ab. Lexware Office passt gut zu preisbewussten Solo-Gründerinnen und Kleinunternehmerinnen, sevDesk zu rechnungsintensiven Dienstleisterinnen, die viel automatisieren und früh E-Rechnungen versenden wollen.
Wenn du hauptsächlich Rechnungen schreibst und wenige Belege hast, reicht oft ein kleiner Tarif bei Lexware Office. Verwaltest du viele Eingangsbelege und legst Wert auf starke Automatisierung, spielt sevDesk seine Stärken aus. Planst du, später Personal einzustellen oder eine Warenwirtschaft anzubinden, ist das größere Lexware-Ökosystem ein Argument. Am Ende gilt: Teste beide in der kostenlosen Phase mit deinen echten Belegen und Rechnungen. Die Bedienung, die sich für dich intuitiv anfühlt, ist meist die richtige, weil du das Tool täglich nutzt.
Meine Einschätzung
Verliere dich nicht im Funktionsvergleich. Für die allermeisten Gründerinnen können beide Tools alles, was du brauchst. Entscheidend sind drei Dinge: Kommt deine Steuerberatung damit klar, fühlt sich die Bedienung leicht an und passt der Preis zu deinem heutigen Belegvolumen. Starte klein, du kannst den Tarif jederzeit hochstufen, wenn dein Business wächst.
- sevDesk und Lexware Office decken beide Rechnungen, GoBD-Belege, EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung und DATEV-Export ab.
- Lexware Office startet günstiger (ab etwa 7,90 Euro netto), sevDesk beginnt bei rund 12,90 Euro netto pro Monat.
- sevDesk bietet E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD) früher, Lexware Office erst im XL-Tarif.
- GoBD-Konformität liefern beide technisch, die zeitnahe Belegerfassung liegt bei dir.
- Wichtigstes Kriterium: Kompatibilität mit deiner Steuerberatung und intuitive Bedienung. Beide vorher testen.
Wie wechselst du von Excel oder Papier zur Software?
Der Umstieg gelingt in wenigen Schritten: Konto anlegen, Bankverbindung koppeln, Stammdaten und Logo hinterlegen, erste Belege erfassen und die Steuereinstellungen setzen. Beide Anbieter führen dich mit Assistenten durch die Einrichtung, sodass du in ein bis zwei Stunden startklar bist.
Beginne am besten zum Jahres- oder Quartalswechsel, weil du dann keine laufende Buchhaltung mitten im Zeitraum aufteilen musst. Trage offene Rechnungen und wiederkehrende Ausgaben ein, damit die Software von Anfang an ein vollständiges Bild hat. Verbinde dein Geschäftskonto über die Banking-Schnittstelle, denn der automatische Abgleich von Zahlungseingängen mit Rechnungen ist der größte Zeitgewinn. Alte Belege aus der Excel- oder Papierzeit hebst du getrennt auf, um die Aufbewahrungsfristen zu erfüllen. Plane die erste Umsatzsteuer-Voranmeldung mit der neuen Software bewusst ein und prüfe die Übermittlung sorgfältig, damit sich keine Flüchtigkeitsfehler einschleichen.
Häufige Fragen zu Buchhaltungssoftware für Gründerinnen
Brauche ich als Kleinunternehmerin überhaupt eine Software?
Pflicht ist sie nicht, aber sehr hilfreich. Auch Kleinunternehmerinnen müssen Rechnungen mit korrekten Angaben schreiben und Belege aufbewahren. Beide Tools bieten günstige Einstiegstarife mit aktivierbarer Kleinunternehmerregelung.
Kann ich mit sevDesk oder Lexware Office meine Steuererklärung machen?
Beide erstellen die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung. Die vollständige Einkommensteuererklärung machst du damit nicht. Dafür übergibst du die Daten per DATEV an deine Steuerberatung oder nutzt eine separate Steuersoftware.
Wie funktioniert die E-Rechnung in beiden Programmen?
Beide erstellen strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD, die seit 2025 im B2B-Bereich zunehmend Pflicht sind. sevDesk bietet den Versand früher im günstigen Tarif, bei Lexware Office ist der volle Umfang dem höchsten Tarif vorbehalten.
Lassen sich meine Daten später exportieren?
Ja. Beide erlauben den Export als DATEV-Datei, CSV und PDF. Achte bei einem Anbieterwechsel darauf, alle Belege und Buchungen vollständig zu exportieren, um die GoBD-Aufbewahrungsfristen von bis zu zehn Jahren einzuhalten.
Ist meine Buchhaltung in der Cloud sicher?
Beide Anbieter hosten auf deutschen Servern und sind DSGVO-konform mit verschlüsselter Übertragung. Aktiviere zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung und vergib ein starkes Passwort, um deinen Zugang bestmöglich zu schützen.


